Ulrike S.
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Brief 7 / 2005 |
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Geschrieben von Ulrike S.
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Brief von einer ehemals Betroffenen (die aber auch „am Ball bleiben“ muß) an Nochbetroffene! Liebe Zwangskranke! 31.10.05
Während ich Euch schreibe, schaue ich immer wieder einmal auf die Birke, die draußen vor dem Fenster steht. Sie ist wunderschön gefärbt um diese Jahreszeit, ich sehe das nicht nur, sondern ich empfinde das Schöne auch. Ich habe schon so oft auf diese Birke geschaut, ich wohne hier ja schon seit „ewigen Zeiten“. Aber ich erinnere mich, wie ich trotz der Schönheit dieses Baumes zu allen Jahreszeiten früher oft mit viel Wehmut und Sehnsucht nach psychischer Gesundheit hinaus geschaut habe. |
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Brief 6 / 2005 |
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Geschrieben von Ulrike S.
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Liebe Zwangskranke! Manche von Euch haben es selbst schon erlebt, manche wissen es aus dem Kontakt mit anderen Betroffenen oder aus dem Lesen von Fallberichten in Büchern für Zwangskranke: Es gibt eigentlich nichts, worauf sich der Zwang nicht „draufsetzen“ kann. Kein Thema ist ihm fremd, vor nichts hat er Respekt. Überall möchte er seine Nase hineinstecken, nicht einmal vor dem Leben im Jenseits macht er mit seiner Bangemacherei Halt. Manchmal sind selbst Zwangskranke sogar verleitet zu denken: „Nein, was der oder die befürchtet, das ist doch eigentlich komisch.“ Aber meistens können wir uns ganz gut in die Befürchtungen anderer einfühlen. |
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Brief 5 / 2005 |
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Geschrieben von Ulrike S.
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Liebe Zwangskranke! Kürzlich habe ich Post von einer ehemaligen Patientin bekommen. Sie hatte, von auswärts gekommen, in Innsbruck Therapie gemacht, und ich durfte ihre Kotherapeutin sein. Eigentlich hatte die arme Frau B. sehr an einem Waschzwang gelitten. Ganz losbekommen hat sie ihn noch nicht, aber sie weiß mit ihrem Leiden sehr gut umzugehen. Und es gibt nichts, was ihr der Zwang in ihrem Leben verwehren könnte. Eine tapfere Kämpferin ist sie. |
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Brief 4 / 2005 |
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Geschrieben von Ulrike S.
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Liebe Zwangskranke! Heute möchte ich nicht direkt an Euch schreiben, sondern an jene, die mit Euch engen Kontakt haben. Die von Euren Zwängen wissen, aber unsicher sind im Umgang mit Euch in Eurer Erkankung. Manche von Euch haben es vielleicht noch gar nicht gewagt, sich Angehörigen oder Freunden anzuvertrauen, weil sie sich ihrer Zwänge wegen schämen. Einer Krankheit wegen muß man sich nicht schämen. Vielleicht schreibe ich Euch das nächste Mal über die unnötigen Schamgefühle; diesmal möchte ich mit den Angehörigen reden. Das kann auch für Euch eine Hilfe sein. |
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Brief 3 / 2005 |
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Geschrieben von Ulrike S.
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Liebe Zwangskranke! Am liebsten schreibe ich Euch, wenn ich gerade etwas erlebt habe, bei dem ich mir denke: Das wäre geeignet, um wieder einen „Brief“ an Euch zu schreiben. Dann kann ich spontan schreiben. Dies ist auch diesmal wieder der Fall. Ich bin einem jungen Mann begegnet, der an Bildern leidet, die ihn erschrecken. Vernünftigerweise hatte er deshalb eine Therapie gesucht. Da aber hatte er richtiges Pech. Viele von Euch hätten ihm sagen können: „Das, worunter Du leidest, ist eine Zwangsstörung.“ |
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