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Geschrieben von Jürgen   

Aufgrund eines eklatant auftretenden Kontrollzwanges (Atemkontrolle) begab ich mich vor mittlerweile etwa sechs Jahren in psychotherapeutische Behandlung.


Ich hatte das Glück, einen guten Therapeuten empfohlen zu bekommen, der die Methode der Logotherapie (sinnzentrierte Psychotherapie) anwendet. Im Laufe von etwa 1 Jahr Therapie stellte sich eine starke Verbesserung meines Gesamtzustandes heraus, und das ohne Verabreichung von Psychopharmaka (was in manchen Fällen leider notwendig sein mag).

Seitdem fühle ich mich recht wohl, und kann mit meinen Zwängen gut umgehen. Bereits als Kind waren bei mir Zwänge akut. Ich schaute etwa abends wiederholt in meine Schultasche, ob auch alle benötigten Schulsachen eingepackt seien. Mit der Zeit kamen Zählzwänge dazu, ich visualisierte häufig Rechenoperationen oder rekonstruierte mit teilweise unglaublichem Ergebnis Schularbeiten im Kopf. Mein Perfektionismus wuchs im übrigen von Jahr zu Jahr.

Jetzt verhält es sich so, dass gewisse Kontrollzwänge nach wie vor gegeben sind. Ich nehme die Angelegenheit jedoch mit Humor, und versuche dabei gelassen zu bleiben. Es bleibt freilich nicht aus, dass es hie und da zuviel wird. Aber ich bemühe mich, die Contenance zu wahren, und mich nicht in negativen Zwangsgedanken zu verlieren.

Ich hatte das Glück, eine der letzten öffentlichen Vorlesungen von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie, hören zu können. Es tut gut, hie und da in seinen Werken zu blättern. Er sagte, nichts lasse sich erzwingen. Und damit hat er zweifellos recht. Ein zwanghaftes Verhalten oder Zwangsgedanken an den Tag zu legen hat Ursachen, die erforscht werden sollten. Nur dadurch kann man lernen, damit umzugehen. So erwies es sich jedenfalls bei mir.

Liebe Grüße,

Jürgen

 
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Sie war selbst stark von der Zwangskrankheit betroffen und anschließend an Ihre Therapie als Co-Therapeutin tätig.

Ebenfalls hat sie hilfreiche Bücher darüber geschrieben.

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