Sorgentelefon

Ein herzliches Dankeschön möchte ich allen Betroffenen und Angehörigen von Betroffenen ausdrücken für das Vertrauen, das mir durch einen Anruf immer wieder geschenkt wird. Ich kann mir gut vorstellen, daß es für all die unter Zwängen Leidende nicht immer ganz leicht ist, zum Telefon zu greifen. Da spielt die „Zweifelkrankheit“ sicher auch manchmal eine Rolle: „Wer meldet sich da wohl am Telefon? Wird diese Ulrike S. mich auch verstehen können? Wird mein Anruf hilfreich sein?“ Habt keine Bedenken, ihr werdet erfahren, daß ich mich gut in Eure Sorgen und Nöte einfühlen kann. Eigene (bewältigte) Erkrankung und die daran anschließende Arbeit als Cotherapeutin für Betroffene haben mich gut darauf vorbereitet, Euch eine Hilfe zu sein.

Herzliche Grüße und Mut zum Hilfe suchen! Eure Ulrike S.

Trialog von Fachkreisen, Betroffenen und Angehörigen. „Wenn Zwänge das Leben bestimmen und Beziehungen belasten“

Es freut mich sehr, Dir mitteilen zu können, dass die AMEOS Klinika in Bad Aussee heuer eine Fachtagung eigens zum Thema Zwänge organisieren!
Herzlichen Dank dafür an Frau Struber und OA Dr. Förstner im Namen des zwaenge.at-Teams, tolle Sache! Liebe Grüße nach Bad Aussee
Theresa

Sorgentelefon

Wir haben dafür nun folgende Telefonzeiten festgelegt:

„Ulrike S.“ ist am Sorgentelefon wie folgt gerne für Dich erreichbar:
Montag bis Samstag von 10:00 bis 11:00 Uhr bzw. von 19:00 bis 20:00 Uhr.
Außerhalb dieser Zeiten bitte nur in Notfällen anrufen!
Sonntags ist das Telefon außer Betrieb.

Therapeutenbegleitete Konfrontationsübungen zu Hause über Videokonferenz per Webcam

Die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck bietet diese Möglichkeit.

Viele Zwangsrituale sind an das Zuhause gebunden: Kontrollieren beim Verlassen der Wohnung, Wasch- und Putzzwänge, Ordnungszwänge usw.. Konfrontationsübungen als die Methode der Wahl in der Psychotherapie („Exposition und Reaktionsverhinderung“) sollten deshalb natürlich auch am besten zu Hause durchgeführt werden. Eine Begleitung von PatientInnen bei diesen Übungen ist für Therapeutinnen hier nicht immer einfach und oft unmöglich, wenn Patientinnen in größerer Entfernung von der Praxis leben.

Die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie Innsbruck hat daher ein neuartiges Projekt gestartet, in dem über Videokonferenzen eine „virtuelle“ Teilnahme an den Konfrontationen möglich gemacht wird. Über Videotelefonie, d.h. also Ton- und Bildübertragung über das Internet können PatientInnen und Therapeutinnen auch bei großer Entfernung in Echtzeit in Kontakt bleiben. TherapeutInnen begleiten ihre PatientInnen über den Bildschirm. Die Therapie beginnt allerdings zunächst wie üblich mit mehreren persönlichen Treffen, in denen Diagnostik und Therapieplanung durchgeführt werden.

Bisherige Studien zeigen, dass psychotherapeutische Interventionen über diesen Weg erstaunlich effektiv sind (d. h. Therapien mit persönlichem Kontakt vergleichbar) und von PatientInnen wie auch TherapeutInnen in hohem Maß akzeptiert und geschätzt werden. Auch die therapeutische Beziehung scheint dadurch nicht beeinträchtigt. Die Voreile sind gleichzeitig erheblich: PatientInnen können nicht nur wichtige Übungen zu Hause durchführen, es entfallen auch lange Anfahrtswege und damit Kosten bzw. Zeit.
Das Projekt richtet sich in erster Linie an Betroffene im Bundesland Tirol. Sollten Sie an der Teilnahme an einem derartigen Projekt interessiert sein, wenden Sie sich bitte an:

PD Dr. Horst Mitmansgruber
Leitender Psychologe an der Ambulanz der Universitätsklinik
für Medizinische Psychologie

Speckbacherstraße 23, 2. Stock
6020 Innsbruck

Tel: +43 (0) 512 504 26117
mail: horst.mitmansgruber@i-med.ac.at

Dort erfahren Sie auch mehr über aktuelle Kapazitäten, Ablauf, Datensicherheit, etc.

Essstörung „Orthorexia nervosa“

Personen, welche unter „Orthorexia nervosa“ leiden, befassen sich vor jeder Nahrungsmittelzufuhr zwanghaft mit der Qualität der Speisen, lesen nach, recherchieren vorher über die einzelnen Inhaltsstoffe und schränken sich dadurch auch immer mehr beim Einkauf und Kochen ein. Dies kann zu gesundheitlich bedenklichem Gewichtsverlust führen. Im Gegensatz zur „Anorxia“ geht es dabei nicht ursprüglich um die Sorge zu dick bzw. nicht mehr „gesellschaftskonform“ zu sein. Der Gewichtsverlust resultiert einfach aus der immer extremer werdenden Einschränkung der „erlaubten“ Nahrungsmittel.
Heutzutage ist die Sorge darüber ja mehr als berechtigt, nur gerät das „Ausmaß“ dabei außer Kontrolle und wird zur „Krankheit“.
„Nahrungsmittel ist nicht mehr Lebensmittel, sondern „Lebensmittelpunkt““ wie es Dr. Bianca Schwennen aus der Seepark Klinik Bad Bodenteich im unterhalb verlinkten Video sehr treffend formuliert.

Mehr Informationen findest Du unter:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190213_OTS0059/orthorexie-als-phaenomen-der-optimierungsgesellschaft


https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/orthorexie-video-100.html

Selbsthilfegruppe Linz

Ich bin einer der zwei Begleiter der Selbsthilfegruppe „Leben mit Zwängen“ in Linz. Ich habe mich als „SHGLinz“ registriert, damit wir uns hier austauschen können. Wer uns noch nicht kennt und Interesse an der Gruppe hat, kann so mit uns in Verbindung treten. Das geht selbstverständlich auch weiterhin gerne über die anderen Kontaktdaten auf unserem Aushang. Auch die, die bereits teilnehmen oder früher mal dabei waren, lade ich hiermit ein, sich zu melden. Das geht dann hier auch anonym, wenn ihr wollt. Wenn es etwas ist, worüber wir uns einigen können, dass es hilfreich sein könnte, wenn es auch in der Gruppe besprochen wird, bin ich gerne bereit, es dort zur Sprache zu bringen – ich werde dabei natürlich die gewünschte Diskretion einhalten.

Unser unumstößliches Gebot ist, dass Persönliches der Teilnehmer niemals nach außen dringen darf! Ansonsten bemühen wir uns auch noch, den zeitlichen Rahmen einzuhalten – wobei natürlich niemand zu uns hetzen muss; wenn es schwierig ist, pünktlich zu kommen, versuchen wir, eine Lösung zu finden, damit die Gruppenarbeit dadurch möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Abgesehen davon liegt es an der Gruppe, was sie aus dem Abend macht. Wir sprechen zumeist darüber, wie ein Leben mit möglichst wenig störenden Zwängen gelingen könnte. Dass wir ein wohlwollendes und ungezwungenes Miteinander dabei pflegen wollen, versteht sich meine ich von selbst. Und wenn ich einmal in der Gruppe erfahren habe, wie ich mir dort so ein Erleben ermöglichen kann, dann darf ich mich fragen, ob es wirklich einen guten Grund gibt, das nicht auch anderswo mit anderen Menschen zu verwirklichen. Das kann unglaublich schwierig sein, aber wie so vieles im Leben, geht es vielleicht leichter, wenn wir gegenseitig auf uns schauen. Wir konnten bereits einen großen Erfahrungsschatz sammeln, und freuen uns, wenn du dabei bist, wenn wir ihn gemeinsam noch erweitern.

Zwangsbefürchtungen

Nicht immer sind sich an Zwängen Leidende darüber völlig im Klaren, ob ihre Befürchtungen gänzlich unsinnig sind. Ausgeprägte Zwangsvorstellungen, verbunden mit argen Zwangsängsten lassen die Einsicht über Unsinnigkeit von Gedanken und Handlungen oft nicht so richtig zu. Vor allem in der problematischen Situation tauchen gerne Zweifel auf. Heisst die Zwangserkrankung nicht umsonst auch die Krankheit des Zweifels.

Nun gibt es auch noch die Problematik der überwertigen Ideen, Fachleute sprechen von „overvalued ideas“, hier haben Betroffene ausgeprägte Schwierigkeiten, die Sinnlosigkeit von Zwangsvorstellungen zu erkennen.

Nur Mut, Hilfe gibt es immer. Vertraut euren kompetenten Therapeuten!

Liebe Grüße von Ulrike S.

… „das Ergriffenwerden lässt sich nicht erzwingen oder bewusst herbeiführen, es lässt sich nicht „machen““.

»Wenn jemand gestern bei einem Sonnenuntergang auf der Parkbank ein solches tief ergreifendes Seelenerlebnis hatte, so kann es sein, dass er heute auf der gleichen Bank sitzt und bei einem nahezu gleich schönen Sonnenuntergang gar nicht viel empfindet. Und je mehr er sich bemüht, desto geringer werden seine Chancen, tatsächlich ergriffen zu werden: Um seelisch tiefes Erleben kann man sich nicht bemühen. Ja, Anstrengung und Ergriffenwerden schließen sich geradezu aus. Wir können es allenfalls zu-lassen, unsere Kontrolle los-lassen und wenn wir ergriffen werden, uns darauf ein-lassen.
Ergriffen sein lässt sich nicht be-wirken, es kann nur wirken.
Es lässt sich nicht fassen, es kann uns nur er-fassen.
Es lässt sich nicht fest-halten, wir können es nur aus-halten«
von Münchhausen, Marco, Dr.: Wo die Seele auftankt. Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren. Frankfurt/Main: Campus, 2004, S. 29f

von Münchhausen, Marco, Dr.: Wo die Seele auftankt. Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren. Frankfurt/Main: Campus, 2004, S. 29f

Oben zitierte Zeilen finde ich sehr passend für unsere Seite, da sich sehr viele Betroffene selbst immer wieder vorwerfen, zu wenig Gefühle für z.B. Partner oder Kinder zu empfinden. Sie belasten sich mit Fragen wie „liebe ich meinen Partner/meine Kinder auch wirklich genug?“ „Müsste ich nicht in gewissen Situationen mehr bzw. anders empfinden?“
Liebe(r) Betroffene(r), Du befindest Dich in einem Ausnahmezustand. Durch ständig wiederkehrenden Stress, innere Unruhe, Angst, … kann es Dir nicht möglich sein, besondere Gefühle der Liebe oder sogar die bekannten „Schmetterlinge im Bauch“ zu spüren. Auch wenn Du noch so darauf wartest. Niemand auf dieser Welt kann das erreichen! Aber umso weiter Du mit der Therapie fortgeschritten bist, desto mehr erwachen Deine Gefühle aus dem Winterschlaf – sie tauen wie Eiszapfen langsam auf, beginnen wieder zu fließen und spenden Dir wie ein Kraftwerk immer wieder neue Energie. Vertraue auf Dich! Ich weiß, es ist schwer, aber ich weiß auch, dass es funktioniert, denn ich spreche aus Eigenerfahrung. Bleib dran, es zahlt sich aus!
Alles Liebe – Theresa

P.S.: Das gesamte Buch zu lesen, rate ich Dir allerdings erst nach erfolgreich abgeschlossener Therapie.



Wer weiß was „ZWANG“ ist?

Erfahrungsbericht von Margit P.

In einem Wörterbuch fand ich die Erklärung: Beeinflussung von Handlungen durch äußere Gewalt oder Androhung von Gewalt.
Wer Zwang ausübt setzt andere unter Druck, terrorisiert sie, nötigt sie, bestimmte Dinge zu tun und macht den anderen durch Gewalt von sich abhängig.
Ja, ich kenne jemanden, der das mit mir tut. Und nein, es ist kein böser Mensch, es ist ein Monster. Ein unsichtbares Monster, ein Monster für mich allein. Dieses Monster bedroht mich. Wenn ich mich seinen „Anweisungen“ nicht füge, geht es mir schlecht. Mir wird schwindlig, ich bekomme Magenschmerzen, Atemnot, Herzrasen. Die körperlichen Beschwerden gehen einher mit nervlichen und seelischen Anspannungen, die so schlimm sind, dass man bereit ist alles zu tun, damit diese Anspannungen aufhören und die Beschwerden nachlassen.
Dieses Monster terrorisiert mich, nötigt mich, nach seiner Pfeife zu tanzen. Tue ich das nicht, dann spüre ich seine Macht und mir geht es sehr schlecht. Wenn ich es dann nicht mehr aushalten kann und nachgebe, wird es stärker und stärker und verlangt mehr und mehr. Ein Teufelskreis! Irgendwann bestimmt dieses „Es“ einfach alles. Was ich tun und lassen muss, was ich noch einmal und noch einmal machen muss, was ich ordnen muss, was und wie oft ich etwas kontrollieren muss, ja sogar was ich denken muss.
Als ich an diesem Punkt in meinem Leben angekommen war, war ich in einem so verzweifelten Zustand, dass ich keinen Sinn in meinem Leben gesehen habe. Warum kann mich nicht ein Blitz treffen und alles ist vorbei?…
Aber da traf ich auf einen Zeitungsartikel, der von einer Frau berichtete, der es ebenso ging. „Du bist nicht allein mit deinem Problem!“ Das war der Schlüssel! Ich begann Kontakt zu anderen zu suchen und gleichzeitig habe ich eine Psychotherapie begonnen. In der Therapie lerne ich die Ursachen zu finden und mein Verhalten zu ändern. Ich lerne mein Leben wieder aufzunehmen und Spaß am Leben zu haben. Ich lerne meine Bedürfnisse, Wünsche, Träume zu erkennen und meine Gefühle nicht nur zuzulassen, sondern zu spüren. Die Therapie unterstütze ich mit Medikamenten, denn ich habe etwas begriffen: Das was ich habe, ist eine Krankheit – eine Krankheit, die jeden treffen kann – eine „ZWANGSERKRANKUNG“. Ich arbeitete mich mit Hilfe der Therapie zurück ins Leben und versuche die Krankheit – das besagte Monster zu besiegen. Ich bin auf dem besten Weg, aber „geheilt“ bin ich (noch) nicht. Leider lauert das Monster immer noch überall, aber ich bin in der Zwischenzeit so gestärkt, dass ich ihm immer öfter widerstehen kann und selbst bestimme, was ich tun will und was nicht.
Kontakte zu anderen fand ich über den oben erwähnten Zeitungsartikel, über ein Internetforum – das es leider nicht mehr gibt – und über Selbsthilfegruppen. Die erste Gruppe fand ich bei HSSG – Hilfe zur Selbsthilfe für seelische Gesundheit. Eine gut funktionierende Gruppe, wo sich Leute treffen, die seelische Erkrankungen hatten oder haben. Man kann alles ansprechen und findet ein offenes Ohr und Verständnis. Der Leitspruch vom HSSG: „Wenn es dir schlecht geht, brauchst du die Gruppe, wenn es dir gut geht, braucht die Gruppe dich.“ Bei „pro mente“ Wien fand ich eine Selbsthilfegruppe für Zwangserkrankte. Genau das inspirierte mich, eine eigene Gruppe in Mödling (N.Ö.) zu gründen. Und zwar für Betroffene als auch deren Angehörige, weil ich aus meiner eigenen Erfahrung weiß, wie schwer es für Partner, Eltern, Kinder…ist, mit einem Zwangserkrankten zusammenzuleben.
Zum Abschluss muss ich es noch einmal ganz deutlich sagen: Ein Zwangserkrankter ist nicht verrückt oder geisteskrank. Er weiß genau, dass es unsinnig ist, was er tut. Er kann für diese Erkrankung nichts. Wichtig ist es, diese Erkrankung zu erkennen (am Anfang ist sie ja oft noch sehr harmlos) und sich dann sofort in professionelle Hände zu begeben. Sobald man selbst das Gefühl hat, Dinge tun zu „müssen“ (obwohl man weiß, dass das Unsinn ist), handelt es sich nicht mehr um harmlose Gewohnheiten sondern um einen Zwang.
Zwang ist therapierbar. Wie bei jeder Krankheit heißt es auch hier: Die Heilungschancen sind umso größer, je früher man mit der Therapie beginnt.

(Ich habe der Einfachheit wegen, die männliche Form „der Zwangserkrankte“ geschrieben. Selbstverständlich ist auch immer „die Zwangserkrankte“ gemeint.)

Margit P.
m.selbsthilfe-zwang@gmx.at

Zwangsgedanken

»Zwangsgedanken sind Gedanken oder bildhafte Vorstellungen, die scheinbar ins Bewußtsein »einschießen« und schwer abgestellt werden können, auch dann, wenn der Betroffene sie als »sinnlos« erlebt. Beispiel von Zwagnsgedanken: Einer Mutter drängt sich immer wieder die Idee auf, sie könnte ihr Kind unabsichtlich verletzen; ein Konzertbesucher wird immer weider von dem Gedanken geplagt, er könnte plötzlich obszöne Worte in den Raum schreien.

Zwangsgrübeleien sind immer wiederkehrende und sich wiederholende Gedankenketten. Sie können Probleme des täglichen Lebens betreffen, führen aber zu keinem Ergebnis, weil sie immer wieder im Kreise verlaufen. Eine Hausfrau grübelt: »Habe ich den Küchenboden gesäubert? Habe ich ihn wirklich saubergemacht? Wann ist er wirklich sauber? Könnte es sein, daß er an der Oberfläche zwar sauber, aber in der Tiefe noch schmutzig ist?««

Hoffmann, Nicolas, Dr.: Wenn Zwänge das Leben einengen. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen Ursachen, Behandlungsmethoden und Möglichkeiten der Selbsthilfe. 6. Auflage. Mannheim: PAL, 1997, S. 46

»Zwangsgedanken sind Gedanken oder Gedankenketten, die sich immer wieder aufdrängen. Sie erscheinen dem Betroffenen meist nicht als annehmbar, weil sie seinen üblichen Vorstellungen und Normen widersprechen. So versucht er, sich gegen sie zu wehren, meist ohne viel Erfolg. Die Sorge kennzeichnet in höchstem Maße die Gedankenwelt aller zwanghaften Menschen. Ich habe schon beim Lebensstil der zwanghaften Persönlichkeit das tiefgreifende Mißtrauen sich selber und der Welt gegenüber beschrieben, das als Grundgefühl vorherrscht. Doch daneben sind durchaus noch andere Empfindungen, auch angenehme, möglich. Beim Zwangskranken haben negative Inhalte endgültig die Oberhand gewonnen. Sie drohen alles andere zu ersticken.«

ebd., S. 97