Margit Preinfalk

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  • #281
    Margit Preinfalk
    Teilnehmer

    Hallo Sorge!
    Ich denke, also bin ich!
    Ich glaube, dass jeder immerzu denkt. Sogar im Schlaf, das sind die Träume, die uns den Tag spiegeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sogar denkt, wenn man es nicht bemerkt. Zum Beispiel, wenn einem ein Name, Wort…nicht einfällt und Stunden später ist es plötzlich da. Das Gehirn denkt weiter. Die Gedanken beeinflussen die Gefühle. Erfahrungen aus unserer Vergangenheit erzeugen Gefühle darauf kommt die körperliche Reaktion. Z.B.: Ich weiß, dass Feuer gefährlich ist, bekomme Angst und laufe weg!
    Ich möchte dich etwas Persönliches fragen: Bist du männlich oder weiblich?
    Ich wünsche dir viele positive Gedanken und gute Gefühle.
    Ganz liebe Grüße Margit

    #277
    Margit Preinfalk
    Teilnehmer

    Hallo Sorge!
    Danke für deine ausführliche Antwort. Ich weiß schon, dass mein Zwang ein Teil von mir ist und dass er auch gute Seiten hat z.B. sorgt er dafür, dass ich genau – fast perfekt – arbeite. Aber er ist ein Teil von mir, dem ich nicht die Kontrolle über mich geben will, genauso wie ich meiner Aggression oder meiner Wut nicht erlauben kann, die vollkommene Macht über mich zu haben.
    Ich leide seit Jahrzehnten unter Kontroll-, Grübel- und Waschzwang.
    Es hat sehr schleichend begonnen. Öfter mal zurückgehen um wirklich zu wissen, dass Herd, Licht, Wasserhahn…aus sind. Sich öfter als andere Menschen die Hände zu waschen…soll ja auch helfen Krankheiten zu verhindern. Irgendwann hat sich im meinem Leben alles ums Kontrollieren und Waschen gedreht und dazwischen auch noch ein wenig ums Grübeln. Ich habe mir bis der Frühstückskaffee aus der Maschine lief schon 30x !!! die Hände gewaschen, habe ganze Ladungen Wäsche noch einmal und noch einmal gewaschen, weil der Zwang es verlangt hat. Er hat mich im wahrsten Sinn des Wortes gezwungen. Denn: Habe ich mich widersetzt gings mir richtig schlecht, nervlich, seelisch sogar körperlich. Magenschmerzen, Übelkeit, Atemnot und Herzrasen, hatte ich solange und so heftig, dass ich schließlich nachgegeben habe. Dabei ist seine Macht stärker geworden. Es ging mir da so schlecht, dass ich meinen Lebenswillen ganz verloren hatte. Ich war wie ferngesteuert.
    Ich weiß, dass ich ihn wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht mehr ganz los werde und ich ihn mitnehmen muss, aber ICH sage ihm, dass ICH bestimmen will, was ich wann, wie und wie oft mache. Manchmal gehe ich einen Kompromiss ein und gehe teilweise auf die Forderung ein, manchmal sage ich auch: Jetzt bestimme ich. Manchmal schreie ich ihn auch an. Und manchmal gebe ich auch nach. Aber ich weiß jetzt, dass ICH AUCH EINE STIMME HABE. Nur diskutieren darf ich nicht mit ihm, da verliere ich immer. Aber ich bin froh eine gute Therapeutin zu haben und Fortschritte in die – für mich – richtige Richtung gemacht zu haben.
    Ich wünsche dir und allen, die das noch lesen, viele glückliche Momente und möglichst zwangfreie Stunden.
    AM ENDE WIRD ALLES GUT. WENN ES NOCH NICHT GUT IST, IST ES NOCH NICHT AM ENDE.
    Liebe Grüße
    Margit

    #270
    Margit Preinfalk
    Teilnehmer

    Hallo Sorge!
    Ich gratuliere Dir, dass Du für Dich einen Weg gefunden hast, voller Elan in diesen Tag zu gehen. Das heißt ja, dass es dir heute gut geht. Darauf kommt es an. Immer wenn es mir gut geht, wenn die Stimmung positiv ist, geht es meinem Zwang schlecht. Denn dann bin ich stark und kann ihn überhören oder kann ihn anschreien: „Lass mich in Ruhe! ICH bestimme jetzt!“ Leider gibt es auch schlechte Tage, wo ER wieder wächst. Ich lerne in der Therapie mir bewusst GUTE TAGE zu machen. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Elan und viele schöne Momente! Margit

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