Nachricht von Ulrike S.

Gerne komme ich dem Wunsch von Urlike S. nach und leite Dir/Euch folgende von ihr verfassten Worte weiter:

Liebe Betroffene,                                                            3. Mai 2020
ich habe gerade mit einer von Zwangsgedanken geplagten am „Sorgentelefon“ gesprochen. Und da ist mir ein Satz aus meinereigenen Therapiezeit wieder in Erinnerung gekommen, der mir damals sehr geholfen hatte: „Das, was ich fürchte, dieser Gedanke, der mich nicht loslässt, wird im Verlauf der Therapie immer mehr an Bedeutung verlieren. „Zu Beginn meiner eigenen Therapie konnte ich mit dieser Hilfestellung vom Therapeuten rein gar nichts anfangen. Ich habe mir absolut nicht vorstellen können, irgendwann meine (Zwangs)ängste zu verlieren. Denn ob meine Vorstellungen von meinem Leben gerechtfertigt sein könnten oder fern von jeder Realität seien, das konnte ich nicht mehr einschätzen. All mein Tun und Denken war so festgefahren. „Wie sollte ein froheres Leben gelingen,“ habe ich mit meinem Schicksal gehadert, „ich habe nun mal Angst und Befürchtungen,  das kann mir niemand ausreden. Mag schon sein, daß andere das schaffen, aber niemand hat solche Bedrängnisse wie ich.“ Gleichsam eine unüberwindbare Kluft stand zwischen den glücklichen anderen und mir. Wollte ich eigentlich auf die Seite der sogenannten Gesunden? War das überhaupt die richtige Lebens-und Denkweise. Oder würde  mir meine (Schein)sicherheit genommen werden. Könnte mein Leben durch die Therpie noch schwieriger werden? (Eine durch die Erkrankung ganz fehlgeleitede Vorstellung war das!)
Die Anruferin am Telefon hatte geklagt: „Ich komme mir so fremd vor.“ Ja, das ist doch so. Fremd im eigenen Haus, so habe ich mich gefühlt. Nicht nur wörtlich gemeint, nein, ganz verloren habe ich mich gefühlt.
Nun möchte ich euch ganz herzlich raten: Macht euch keine Sorgen, wie diese Verhaltenstherpie funktionieren wird. Das müßt ihr ERLEBEN. Auch zu Beginn der Therapie habe ich mich wiederum fremd gefühlt. „Jetzt kenne ich mich gar nicht mehr aus. Altes stimmt nicht mehr, neues steht auf sehr wackeligen Beinen!“
Im Verlauf vieler Therpiestunden und dem ganz praktischen Auseinandersetzen mit meinem von einer Krankheit aufgezwungenen Verhalten ist mir sozusagen „ein Licht aufgegangen“. Dieses „Licht“ hat sich schön langsam über therapeutengestütztes, mutiges, vertrauensvolles, neues „anderes“ Tun eingestellt. Dieser Prozeß war eine  Fülle von Wechselwirkungen. Ich möchte das ganz kurz formulieren:  Neues Denken – neues Tun. Neues Tun bewirkt neues Denken. Dieser Prozeß ist es, der alte, überkommene Vorstellungen verändert und neue Einsichten gewährt. Neue Erkenntnisse zuzulassen und zu gewinnen, das wünsche ich allen Nochbetroffenen!
Habt ihr Lust, Vertrauen und auch ein kleines bisschen Mut? Dann könnt ihr mich gerne unter der auf der Seite angegebenen Telefonnummer erreichen. 
Viele liebe Grüße von Ulrike S.

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Eine Antwort auf „Nachricht von Ulrike S.“

  1. Danke für Deine hilfreichen Zeilen, liebe „Ulrike S.“!
    Ich möchte gerne aus Eigenerfahrung meinerseits noch etwas hinzufügen:
    Ich hatte vor und am Anfang der Therapie immer wieder die Angst, ich könnte mich durch Einwirkung des Therapeuten so verändern, wie ich persönlich es eben nicht möchte – ja sogar bis dahin, ich könnte durch die Therapie manipuliert werden.
    Das ist nicht der Fall! Es passiert nichts, ohne dass Du es selbst willst und auch zulässt! Du hast die Zügel selbst in der Hand und wirst auf Deinem Weg nur begleitet und gestärkt.

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