Vortrag über Zwänge online

„psyche kompakt“ ist die neue Veranstaltungsreihe des Tiroler Landesverbandes für Psychotherapie (TLP) für die Bevölkerung Tirols.
Der Vortrag daraus mit dem Titel „Wenn Zwänge unser Leben einengen“ vom Mittwoch, dem 13. November 2019 kann online nachgehört werden.

Vortragender war Herr Priv.-Doz. Dr. Horst Mitmansgruber aus Innsbruck. Er ist Leiter der Allgemeinen Psychotherapeutischen Ambulanz der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Ausbildungsleiter der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmedizin.

Du findest jenen Vortrag auf:
https://www.freirad.at/?p=19774
unter:
psyche kompakt #6 – Wenn Zwänge unser Leben einengen

Presseartikel zur Tagung „Wenn Zwänge das Leben bestimmen und Beziehungen belasten“

Anbei findest Du den Presseartikel zu der heurigen Tagung „Wenn Zwänge das Leben bestimmen und Beziehungen belasten“ , welche vom AMEOS Klinikum in Bad Aussee am 11. und 12. 10. 2019 veranstaltet wurde .

Herrn Dr. Förstner und Frau Struber an dieser Stelle nochmals DANKE für die Organisation der tollen, gelungenen Veranstaltung! Herzlichen Dank, dass Sie sich dem Leiden der Zwangspatienten annehmen und bemüht sind, den dadurch sehr geplagten und verzweifelten Menschen Hoffnung zu geben und durch das Angebot der Kognitiven Verhaltenstherapie in Ihrer Klinik den Betroffenen das Leben wieder lebenswerter zu machen!

„Wenn Zwänge unser Leben einengen“ interessanter Vortrag in Innsbruck

Am Mittwoch, dem 13. November 2019, findet im Rahmen des Projektes „psyche kompakt“ um 19:30 Uhr ein Vortrag mit dem Titel: „Wenn Zwänge unser Leben einengen“ statt.
Der Vortragende ist Priv.-Doz. Dr. Horst Mitmansgruber (Innsbruck), er ist der Leiter der Allgemeinen Psychotherapeutischen Ambulanz der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Ausbildungsleiter der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmedizin.

Veranstaltungsort: Großer Hörsaal, CCB, Centrum für Chemie und Biomedizin, Innrain 80-82, 6020 Innsbruck

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen dazu findest Du unter:
https://www.psychotherapie-tirol.at/content/psyche-kompakt-information

„Was bringt medikamentöse Behandlung?“

Da wir immer wieder auf die Einnahme von Psychopharmaka angesprochen werden, möchte ich diesbezüglich ein paar Zeilen von Prof. Dr. Hans Reinecker auf die Seite stellen. Ich kann Dir nur sagen, dass darüber vom Psychiater von Fall zu Fall entschieden wird. Besprich Dich mit ihm, teile ihm ruhig Deine Bedenken diesbezüglich mit! Wir sind nicht dazu befugt und ausgebildet, Dich in dieser Sache zu beraten. Nun aber zu den versprochenen Zeilen:

„In der Behandlung von Zwängsstörungen erweisen sich verschiedene Medikamente als durchaus hilfreich. Es entspricht auch dem Prinzip einer „ganzheitlichen“ Behandlung, bei Therapie eines so schwierigen Problems auf Medikamente zurückzugreifen. Man muss allerdings vorab sagen: DAS Medikament gegen Zwangsstörungen gibt es nicht!
Es gibt allerdings zwei Gruppen von Medikamenten, die erfelgreich in den Transfer der Botenstoffe bei der Informationsübermittlung in den Nervenzellen des Gehirns eingreifen. Beide stammen aus der Gruppe der Anitdeprssiva; im Prinzip geht es darum, den Botenstoff Serotonin länger in der Übermittlung von Impulsen von einer Nervenzelle auf eine andere zu halten. Da es sich darum handelt, die Wiederaufnahme von Serotonin in einen Ast der Nervenzelle zu verhindern, heißen die Medikamente „Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI’s). Die Wirktstoffe der einzelnen Medikamente unterscheiden sich etwas und sie haben auch unterschiedliche Handelsnamen. Wenn Sie der Auffassung sind, dass Medikamente Ihnen helfen können, sollten Sie sich unbedingt an einen Fachmann (Psychiater) wenden, der die Verschreibung und Dosierung kontrolliert.

Wichtig ist es, drei Dinge im Zusammenhang mit der Medikation zu wissen:

  • Die Medikamente benötigen bis zu einem Eintritt der Wirkung eine längere Zeit, in der Regel 4 bis 8 Wochen; Sie sollten von der Einnahme der Medikamente deshalb keine sofortig Wirkung erwarten.
  • Die Medikanente allein bringen in der Regel keine vollständige Besserung, in vielen Fällen aber eine deutliche Erleichterung Ihres Problems. Schon diese Erleichterung hilft vielen Patienten, überhaupt den Mut zu einer Psychotherapie zu fassen.
  • Es gilt heute als Standard, dass Medikamente immer nur in Kombination mit Kognitiver Verhaltenstherapie verschrieben bzw. eingenommen werden sollten. Reine Medikation bringt zwar die besprochene Erleichterung, aber keine Veränderung von grundlegenden Mechanismen des Lernens.

    Einige Studien ergaben, dass Medikamente als Ergänzung zur Kognitiven Verhaltenstherapie vor allem dann angezeigt sind, wenn zum Einen beim Patienten eine zusätzliche Depression vorliegt. Hier mildern die Medikamente die Verstimmung und aktivieren den Patienten in Richtung Psychotherapie. Zum Anderen sind Medikamente auch dann besonders angebracht, wenn Kognitive Verhaltenstherapie nur begrenzte Wirkung zeigt, und das trifft vor allem bei reinen Zwangsgedanken zu.“

    Reinecker, Hans, Prof. Dr. : Ratgeber Zwangsstörungen, Informationen für Betroffene und Angehörige. 12. Auflage. Göttingen: Hogrefe, 2006, S. 42f

Sorgentelefon

Wir haben dafür nun folgende Telefonzeiten festgelegt:

„Ulrike S.“ ist am Sorgentelefon wie folgt gerne für Dich erreichbar:
Montag bis Samstag von 10:00 bis 11:00 Uhr bzw. von 19:00 bis 20:00 Uhr.
Außerhalb dieser Zeiten bitte nur in Notfällen anrufen!
Sonntags ist das Telefon außer Betrieb.

Therapeutenbegleitete Konfrontationsübungen zu Hause über Videokonferenz per Webcam

Die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck bietet diese Möglichkeit.

Viele Zwangsrituale sind an das Zuhause gebunden: Kontrollieren beim Verlassen der Wohnung, Wasch- und Putzzwänge, Ordnungszwänge usw.. Konfrontationsübungen als die Methode der Wahl in der Psychotherapie („Exposition und Reaktionsverhinderung“) sollten deshalb natürlich auch am besten zu Hause durchgeführt werden. Eine Begleitung von PatientInnen bei diesen Übungen ist für Therapeutinnen hier nicht immer einfach und oft unmöglich, wenn Patientinnen in größerer Entfernung von der Praxis leben.

Die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie Innsbruck hat daher ein neuartiges Projekt gestartet, in dem über Videokonferenzen eine „virtuelle“ Teilnahme an den Konfrontationen möglich gemacht wird. Über Videotelefonie, d.h. also Ton- und Bildübertragung über das Internet können PatientInnen und Therapeutinnen auch bei großer Entfernung in Echtzeit in Kontakt bleiben. TherapeutInnen begleiten ihre PatientInnen über den Bildschirm. Die Therapie beginnt allerdings zunächst wie üblich mit mehreren persönlichen Treffen, in denen Diagnostik und Therapieplanung durchgeführt werden.

Bisherige Studien zeigen, dass psychotherapeutische Interventionen über diesen Weg erstaunlich effektiv sind (d. h. Therapien mit persönlichem Kontakt vergleichbar) und von PatientInnen wie auch TherapeutInnen in hohem Maß akzeptiert und geschätzt werden. Auch die therapeutische Beziehung scheint dadurch nicht beeinträchtigt. Die Voreile sind gleichzeitig erheblich: PatientInnen können nicht nur wichtige Übungen zu Hause durchführen, es entfallen auch lange Anfahrtswege und damit Kosten bzw. Zeit.
Das Projekt richtet sich in erster Linie an Betroffene im Bundesland Tirol. Sollten Sie an der Teilnahme an einem derartigen Projekt interessiert sein, wenden Sie sich bitte an:

PD Dr. Horst Mitmansgruber
Leitender Psychologe an der Ambulanz der Universitätsklinik
für Medizinische Psychologie

Speckbacherstraße 23, 2. Stock
6020 Innsbruck

Tel: +43 (0) 512 504 26117
mail: horst.mitmansgruber@i-med.ac.at

Dort erfahren Sie auch mehr über aktuelle Kapazitäten, Ablauf, Datensicherheit, etc.

Essstörung „Orthorexia nervosa“

Personen, welche unter „Orthorexia nervosa“ leiden, befassen sich vor jeder Nahrungsmittelzufuhr zwanghaft mit der Qualität der Speisen, lesen nach, recherchieren vorher über die einzelnen Inhaltsstoffe und schränken sich dadurch auch immer mehr beim Einkauf und Kochen ein. Dies kann zu gesundheitlich bedenklichem Gewichtsverlust führen. Im Gegensatz zur „Anorxia“ geht es dabei nicht ursprüglich um die Sorge zu dick bzw. nicht mehr „gesellschaftskonform“ zu sein. Der Gewichtsverlust resultiert einfach aus der immer extremer werdenden Einschränkung der „erlaubten“ Nahrungsmittel.
Heutzutage ist die Sorge darüber ja mehr als berechtigt, nur gerät das „Ausmaß“ dabei außer Kontrolle und wird zur „Krankheit“.
„Nahrungsmittel ist nicht mehr Lebensmittel, sondern „Lebensmittelpunkt““ wie es Dr. Bianca Schwennen aus der Seepark Klinik Bad Bodenteich im unterhalb verlinkten Video sehr treffend formuliert.

Mehr Informationen findest Du unter:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190213_OTS0059/orthorexie-als-phaenomen-der-optimierungsgesellschaft


https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/orthorexie-video-100.html

… „das Ergriffenwerden lässt sich nicht erzwingen oder bewusst herbeiführen, es lässt sich nicht „machen““.

»Wenn jemand gestern bei einem Sonnenuntergang auf der Parkbank ein solches tief ergreifendes Seelenerlebnis hatte, so kann es sein, dass er heute auf der gleichen Bank sitzt und bei einem nahezu gleich schönen Sonnenuntergang gar nicht viel empfindet. Und je mehr er sich bemüht, desto geringer werden seine Chancen, tatsächlich ergriffen zu werden: Um seelisch tiefes Erleben kann man sich nicht bemühen. Ja, Anstrengung und Ergriffenwerden schließen sich geradezu aus. Wir können es allenfalls zu-lassen, unsere Kontrolle los-lassen und wenn wir ergriffen werden, uns darauf ein-lassen.
Ergriffen sein lässt sich nicht be-wirken, es kann nur wirken.
Es lässt sich nicht fassen, es kann uns nur er-fassen.
Es lässt sich nicht fest-halten, wir können es nur aus-halten«
von Münchhausen, Marco, Dr.: Wo die Seele auftankt. Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren. Frankfurt/Main: Campus, 2004, S. 29f

von Münchhausen, Marco, Dr.: Wo die Seele auftankt. Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren. Frankfurt/Main: Campus, 2004, S. 29f

Oben zitierte Zeilen finde ich sehr passend für unsere Seite, da sich sehr viele Betroffene selbst immer wieder vorwerfen, zu wenig Gefühle für z.B. Partner oder Kinder zu empfinden. Sie belasten sich mit Fragen wie „liebe ich meinen Partner/meine Kinder auch wirklich genug?“ „Müsste ich nicht in gewissen Situationen mehr bzw. anders empfinden?“
Liebe(r) Betroffene(r), Du befindest Dich in einem Ausnahmezustand. Durch ständig wiederkehrenden Stress, innere Unruhe, Angst, … kann es Dir nicht möglich sein, besondere Gefühle der Liebe oder sogar die bekannten „Schmetterlinge im Bauch“ zu spüren. Auch wenn Du noch so darauf wartest. Niemand auf dieser Welt kann das erreichen! Aber umso weiter Du mit der Therapie fortgeschritten bist, desto mehr erwachen Deine Gefühle aus dem Winterschlaf – sie tauen wie Eiszapfen langsam auf, beginnen wieder zu fließen und spenden Dir wie ein Kraftwerk immer wieder neue Energie. Vertraue auf Dich! Ich weiß, es ist schwer, aber ich weiß auch, dass es funktioniert, denn ich spreche aus Eigenerfahrung. Bleib dran, es zahlt sich aus!
Alles Liebe – Theresa

P.S.: Das gesamte Buch zu lesen, rate ich Dir allerdings erst nach erfolgreich abgeschlossener Therapie.



Wer weiß was „ZWANG“ ist?

Erfahrungsbericht von Margit P.

In einem Wörterbuch fand ich die Erklärung: Beeinflussung von Handlungen durch äußere Gewalt oder Androhung von Gewalt.
Wer Zwang ausübt setzt andere unter Druck, terrorisiert sie, nötigt sie, bestimmte Dinge zu tun und macht den anderen durch Gewalt von sich abhängig.
Ja, ich kenne jemanden, der das mit mir tut. Und nein, es ist kein böser Mensch, es ist ein Monster. Ein unsichtbares Monster, ein Monster für mich allein. Dieses Monster bedroht mich. Wenn ich mich seinen „Anweisungen“ nicht füge, geht es mir schlecht. Mir wird schwindlig, ich bekomme Magenschmerzen, Atemnot, Herzrasen. Die körperlichen Beschwerden gehen einher mit nervlichen und seelischen Anspannungen, die so schlimm sind, dass man bereit ist alles zu tun, damit diese Anspannungen aufhören und die Beschwerden nachlassen.
Dieses Monster terrorisiert mich, nötigt mich, nach seiner Pfeife zu tanzen. Tue ich das nicht, dann spüre ich seine Macht und mir geht es sehr schlecht. Wenn ich es dann nicht mehr aushalten kann und nachgebe, wird es stärker und stärker und verlangt mehr und mehr. Ein Teufelskreis! Irgendwann bestimmt dieses „Es“ einfach alles. Was ich tun und lassen muss, was ich noch einmal und noch einmal machen muss, was ich ordnen muss, was und wie oft ich etwas kontrollieren muss, ja sogar was ich denken muss.
Als ich an diesem Punkt in meinem Leben angekommen war, war ich in einem so verzweifelten Zustand, dass ich keinen Sinn in meinem Leben gesehen habe. Warum kann mich nicht ein Blitz treffen und alles ist vorbei?…
Aber da traf ich auf einen Zeitungsartikel, der von einer Frau berichtete, der es ebenso ging. „Du bist nicht allein mit deinem Problem!“ Das war der Schlüssel! Ich begann Kontakt zu anderen zu suchen und gleichzeitig habe ich eine Psychotherapie begonnen. In der Therapie lerne ich die Ursachen zu finden und mein Verhalten zu ändern. Ich lerne mein Leben wieder aufzunehmen und Spaß am Leben zu haben. Ich lerne meine Bedürfnisse, Wünsche, Träume zu erkennen und meine Gefühle nicht nur zuzulassen, sondern zu spüren. Die Therapie unterstütze ich mit Medikamenten, denn ich habe etwas begriffen: Das was ich habe, ist eine Krankheit – eine Krankheit, die jeden treffen kann – eine „ZWANGSERKRANKUNG“. Ich arbeitete mich mit Hilfe der Therapie zurück ins Leben und versuche die Krankheit – das besagte Monster zu besiegen. Ich bin auf dem besten Weg, aber „geheilt“ bin ich (noch) nicht. Leider lauert das Monster immer noch überall, aber ich bin in der Zwischenzeit so gestärkt, dass ich ihm immer öfter widerstehen kann und selbst bestimme, was ich tun will und was nicht.
Kontakte zu anderen fand ich über den oben erwähnten Zeitungsartikel, über ein Internetforum – das es leider nicht mehr gibt – und über Selbsthilfegruppen. Die erste Gruppe fand ich bei HSSG – Hilfe zur Selbsthilfe für seelische Gesundheit. Eine gut funktionierende Gruppe, wo sich Leute treffen, die seelische Erkrankungen hatten oder haben. Man kann alles ansprechen und findet ein offenes Ohr und Verständnis. Der Leitspruch vom HSSG: „Wenn es dir schlecht geht, brauchst du die Gruppe, wenn es dir gut geht, braucht die Gruppe dich.“ Bei „pro mente“ Wien fand ich eine Selbsthilfegruppe für Zwangserkrankte. Genau das inspirierte mich, eine eigene Gruppe in Mödling (N.Ö.) zu gründen. Und zwar für Betroffene als auch deren Angehörige, weil ich aus meiner eigenen Erfahrung weiß, wie schwer es für Partner, Eltern, Kinder…ist, mit einem Zwangserkrankten zusammenzuleben.
Zum Abschluss muss ich es noch einmal ganz deutlich sagen: Ein Zwangserkrankter ist nicht verrückt oder geisteskrank. Er weiß genau, dass es unsinnig ist, was er tut. Er kann für diese Erkrankung nichts. Wichtig ist es, diese Erkrankung zu erkennen (am Anfang ist sie ja oft noch sehr harmlos) und sich dann sofort in professionelle Hände zu begeben. Sobald man selbst das Gefühl hat, Dinge tun zu „müssen“ (obwohl man weiß, dass das Unsinn ist), handelt es sich nicht mehr um harmlose Gewohnheiten sondern um einen Zwang.
Zwang ist therapierbar. Wie bei jeder Krankheit heißt es auch hier: Die Heilungschancen sind umso größer, je früher man mit der Therapie beginnt.

(Ich habe der Einfachheit wegen, die männliche Form „der Zwangserkrankte“ geschrieben. Selbstverständlich ist auch immer „die Zwangserkrankte“ gemeint.)

Margit P.
m.selbsthilfe-zwang@gmx.at

Zwangsgedanken

»Zwangsgedanken sind Gedanken oder bildhafte Vorstellungen, die scheinbar ins Bewußtsein »einschießen« und schwer abgestellt werden können, auch dann, wenn der Betroffene sie als »sinnlos« erlebt. Beispiel von Zwagnsgedanken: Einer Mutter drängt sich immer wieder die Idee auf, sie könnte ihr Kind unabsichtlich verletzen; ein Konzertbesucher wird immer weider von dem Gedanken geplagt, er könnte plötzlich obszöne Worte in den Raum schreien.

Zwangsgrübeleien sind immer wiederkehrende und sich wiederholende Gedankenketten. Sie können Probleme des täglichen Lebens betreffen, führen aber zu keinem Ergebnis, weil sie immer wieder im Kreise verlaufen. Eine Hausfrau grübelt: »Habe ich den Küchenboden gesäubert? Habe ich ihn wirklich saubergemacht? Wann ist er wirklich sauber? Könnte es sein, daß er an der Oberfläche zwar sauber, aber in der Tiefe noch schmutzig ist?««

Hoffmann, Nicolas, Dr.: Wenn Zwänge das Leben einengen. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen Ursachen, Behandlungsmethoden und Möglichkeiten der Selbsthilfe. 6. Auflage. Mannheim: PAL, 1997, S. 46

»Zwangsgedanken sind Gedanken oder Gedankenketten, die sich immer wieder aufdrängen. Sie erscheinen dem Betroffenen meist nicht als annehmbar, weil sie seinen üblichen Vorstellungen und Normen widersprechen. So versucht er, sich gegen sie zu wehren, meist ohne viel Erfolg. Die Sorge kennzeichnet in höchstem Maße die Gedankenwelt aller zwanghaften Menschen. Ich habe schon beim Lebensstil der zwanghaften Persönlichkeit das tiefgreifende Mißtrauen sich selber und der Welt gegenüber beschrieben, das als Grundgefühl vorherrscht. Doch daneben sind durchaus noch andere Empfindungen, auch angenehme, möglich. Beim Zwangskranken haben negative Inhalte endgültig die Oberhand gewonnen. Sie drohen alles andere zu ersticken.«

ebd., S. 97